Frühlingskonzert in Großbardorf

Großbardorf (Alexandra Schmitt-Kilian)
Unter Mitwirkung des Jugendblasorchesters, des Vororchesters, der Dorfspatzen und der Lustigen Sänger veranstaltete der Gesang- und Musikverein Großbardorf am samstag abend in der Turnhalle ein Frühlingskonzert der besonderen Art. Wer eine gewöhnliche Musikveranstaltung erwartet hatte, der dürfte vom hohen Niveau der Veranstaltung durchaus überrascht gewesen sein. Das Konzert erwies sich als Höhepunkt der zahllosen musikalischen Ereignisse zu Beginn zu Mozartjahres 2006 in der Region. Dirigent Klaus Kirchner stellt an seine beiden Orchester sehr hohe Anforderungen und überraschte immer wieder mit Darbietungen der Extraklasse. 

Gabriele Lurz, führte wieder – bereits traditionell –charmant und mit einer informativen Moderation durch den kurzweiligen Abend, der von Atomic kitten bis Mozart die zahlreich erschienen Musikfreunde begeisterte. 
Mit der Salzburger Serenade wurde das Programm durch das Jugendblasorchester eröffnet. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Ralf Radina präsentierte sogleich das Vorochester sein Können. Dass das Hauptaugenmerk des Vereins auf der Nachwuchsausbildung liegt, bewiesen sodann die 19 Jungmusiker die mit „A Mozart Mix“ arrangiert von John O´Reilly glänzten. Ganz sicher und rhythmisch zusammengesetzt präsentiert die jüngsten dann „Vienna Variations“. Mit rhythmischen Swingmelodien „Join the band“ verabschiedeten sich die Jungen und Mädchen vom Publikum. 

Auch der Jugendchor der Dorfspatzen zeigte sein immer größer werdendes Repertoire. „The Tide ist high get the feeling“ von der berühmten englischen Gruppe Atomic kitten trugen die 13 Teenager vor. „Sommer-Sonnen-Sehnsucht“ von Rolf Zuckowski brachten dann die Dorfspatzen unter der Leitung von Alexandra Wilkes zusammen mit den Männern der Lustigen Sänger zu Gehör. Wie kleine Wirbelwinde fuhren hier ein Teil der kleinen Dorfspatzen mit Inlineskates durch das Publikum und erinnerten so daran, dass es nun endlich Frühling ist. „Die kleine Melodie, die schöne Harmonie, Wolfgang Amadeus macht uns froh.“, sangen beide Chöre zum Abschluss in „Uns´re kleine Nachtmusik“.

Natürlich dürfen auch Soloeinlagen bei solch einem Konzert nicht fehlen. Bei „Solokonzert Nr. 1“ übernahmen diese Rollen Veronika Seith am Euphonium und Simon Ebner am Bariton. Wie ein roter Faden zog sich Mozart durch den ersten Teil des Konzert. Ein Klarinettenquartett erfreute die Zuhörer mit der kleinen Nachtmusik. Die vier Musikerinnen Heike Dahinten (1. Klarinette), Eva Ziegler (2. Klarinette), Marina Wirsing (3. Klarinette) und Heidi Zehner (Basklarinette) gaben den vierten Satz „Rondo“ zum besten. 

Weiter ging es dann mit einem ersten Höhepunkt des Abends „Marche Turque“, dem Türkischen Marsch - wie sollte es anders ein - von W. A. Mozart. Für sein meisterhaftes Xylophon-Solo erntete der 19jährige Philipp Lurz tosenden Beifall. Man merkte: Die 45 Musiker des Jugendblasorchester standen voll hinter ihrem Leiter, wurden mitgerissen und schafften so Höchstleistungen. Auch beim nächsten Stück das vom Nordbayerischen Musikbund als Pflichtstück für die Wertungsspiele 2006 in der Oberstufe ausgewählt wurde: „Hill Country Holiday“ von Robert Sheldon. Hier wurde das Publikum geografisch nach Texas in Amerika versetzt. Die nächste Melodie war den meisten Zuhörern bekannt, da diese öfters in Werbespots auftaucht und hatte somit Wiedererkennungswert. Vorgetragen wurde „2001 A Space Odyssey“ von Richard Strauss. Auf diesen Komponisten geht auch die Gründung der heutigen GEMA in Deutschland zurück, die "Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte. Ein unvergessliches Klangerlebnis wurde den Zuhörern bei der Ouvertüre „Lord of seven seas“ geboten. Das Arrangement von Kees Vlak erinnert an die Sage vom Fliegenden Holländer. 

Sonnig gestimmt traten die Lustigen Sänger erneut auf die Bühne. Als erstes erhob Chorleiterin Luzia Schmitt dann den Taktstock für „Wochenend und Sonnenschein, einem Chorsatz von Karl-Heinz Steinfeld und zum Abschied folgte dann „Wie ein Sonnenschein“ von dem bekannten Kreischorleiter Albin Freibott aus Bad Bocklet 

Der letzte Teil des Konzerts wurde zu einer Hommage an Ernst Mosch. Der Dirigent hat mit dem Titel „Egerländer Musikanten spielen“ bekannte Melodien der Original Egerländer Musikanten ausgewählt. An musikalischer Genauigkeit und in Sachen Dynamik sowie Ausdruckskraft boten Kirchner und seine Akteure auch hier 100%, so dass das Publikum sogar mit Bravorufen dankte. Es folgte „Rauschende Birken“. Dieser Walzer war der erste Hit der „Egerländer Musikanten“. 

Zahlreiche Soloauftritte gab es zum Ende noch bei der „Elisabeth Serenade“ und bei „Root beer Rag“. Verena Behr, Stefan Ebner (beide Trompete), Christoph Behr, Martin Wetter (beide Flügelhorn), sowie Dorothee Ziegler, Nadja Werner, Isabel Öchsner, Johannes Jundel und Rudolf Geißler (alle Saxophon) konnten so zum Ende noch mal ihr Können unter Beweis stellen. 

Nachdem Radina sich bei allen für das gelungene Konzerte bedankt hatte, verabschiedete sich das Orchester mit „Bis bald auf Wiedersehen“ und alle klatschten mit. 

Die Dorfspatzen beim Lied Sommer-Sonnen-Sehnsucht: Im Vordergrund die Akteurinnen mit ihren Inlineskates.

Das Klarinettenquartett während des Vortrags „Die kleine Nachtmusik“ von W. A. Mozart.von links nach rechts: Heike Schlembach, Eva Ziegler, Marina Wirsing, Heidi Zehner

Solist Philipp Lurz am Xylophon beim „Marche Turque“.

Die vier Trompetensolisten.

Das 45 Mann starke Jugendblasorchester mit seinem Dirigenten Klaus Kirchner. Fotos: Alexandra Schmitt-Kilian