Die Blasmusik hat in Unterfranken einen sehr hohen Stellenwert

Mit 71 von 377 Musikkapellen steht Rhön-Grabfeld an der Spitze

Bad Neustadt/Geldersheim (hf). Die Blasmusik in Unterfranken hat nach wie vor einen hohen Stellenwert. Das unterstrich Bezirksvorsitzender Werner Höhn, Bezirksvorsitzender des Nordbayerischen Musikbundes, bei der Jahresversammlung am Samstagnachmittag in Geldersheim. Immerhin gibt es im Nordbayerischen Musikbund 890 Musikvereine und Spielmannszüge mit 38.650 Musikerinnen und Musikern, der Bezirk Unterfranken besteht aus 377 Musikkapellen und Spielmannszügen, wobei der Landkreis Haßberge 52, Bad Kissingen 70, Kitzingen 12, Miltenberg 6, Main-Spessart 39, Rhön-Grabfeld 71, Schweinfurt 53 und der Landkreis Würzburg 74 aufweisen. Werner Höhn: „Damit sorgen 15.586 Musikerinnen und Musiker in unseren Städten und Gemeinden für den guten Ton.“

Bei der Bezirksversammlung des Nordbayerischen Musikbundes konnte er in der Turnhalle von Geldersheim Vorstände und Dirigenten, sowie Funktionäre begrüßen, ganz besonders aber den Vizepräsidenten des Nordbayerischen Musikbundes und Ehrenbezirksvorsitzenden des Bezirks Unterfranken, Edgar Rudloff, sowie Erhard Nowack aus Bad Neustadt in Vertretung des Fränkischen Sängerbundes. Ganz besonders herzlich hieß Werner Höhn den Referenten des Nachmittags, Professor Dr. Hans Günther Bastian von der Goethe-Universität, Frankfurt willkommen. Den Auftakt zur Veranstaltung hatte diesmal das Blasorchester Sand am Main unter der Leitung von Martin Lechner übernommen. Dank galt dem Musikverein Geldersheim mit seinem Vorstand Peter Geb für die Organisation vor Ort.

In seinem Geschäftsbericht ging Werner Höhn zunächst auf den „Bestand“ der Musikkapellen im Bezirk Unterfranken ein. In den 377 Musikkapellen und Spielmannszügen ist vor allem die Jugend vertreten. 7.421 Musikerinnen und Musiker sind unter 18 Jahren, davon etwa. 3000 Kinder unter 12 Jahre. Herausgestellt hat der Bezirksvorsitzende, daß die Hauptlast der Grundausbildung die Musikvereine tragen. Sie unternehmen die größten Anstrengungen um Jugendliche für die Blasmusik zu gewinnen. Eltern und Vereine müssen viel Geld in die Ausbildung investieren. Viele Vereine stehen durch die Aufwendungen für die Jugendausbildung unter extremen finanziellen Belastungen, manche sogar kurz vor dem finanziellen Ende. Musikvereine haben teilweise schon gar keine Zeit mehr sich um das Musizieren zu kümmern, denn sie sind ständig auf der Suche nach Veranstaltungen, die ihre Vereinskassen wieder auf solide Beine stellen, um damit ihre Jugendarbeit wenigstens einigermaßen sinnvoll gestalten zu können.

Höhn erinnerte an neun Kreis- und ein Bundesbezirksmusikfest im vergangenen Jahr, wobei er die Teilnahme von Musikvereinen an den Wertungsspielen als „gut“ bezeichnete. In diesem Jahr gibt es in Unterfranken ein Bundesbezirksmusikfest vom 12. bis 15. Mai in Sand am Main im Landkreis Haßberge, Kreismusikfeste vom 19.- 21. Mai in Höchheim, vom 25. 4. bis 28.5. in Sennfeld, vom 3. bis 5. Juni in Steinach und vom 2. bis 5. Juni in Weisbach in der Rhön. Festgelegt sind bereits die Gemeinschaftschorstücke bei den Musikfesten 2006. Gespielt wird die „Cantata Jublilata“ von Hans Hartwig, der Otto-Zeier-Marsch von Walter Tuschla, der „Gruß ans Frankenland“, ein Marsch von Kilian Höhn, der nur beim Bundesbezirksmusikfest in Sand gespielt wird. Zum Abschluß werden dann jeweils die Bayernhymne und das Deutschlandlied gespielt.

Durch die Ehrungsbeauftragte Renate Haag wurden 100 Ehrungsanträge von Musikvereinen mit 1097 Einzelehrungen bearbeitet. Im Nordbayerischen Musikbund gab es insgesamt 893 beim Bund Deutscher Musikvereine waren es 204. Höhn ging dann auf Änderungen in der Ehrungsordnung ab 2006 für Unterfranken ein. Vereinsvorstände, sowie Vereinsfunktionäre mit besonderen Verdiensten erhalten künftig für 10 jährige Tätigkeit die Ehrennadel in Bronze Bezirk Unterfranken mit Urkunde. Für 15 jährige Tätigkeit gibt es die Ehrennadel in Silber Bezirk Unterfranken mit Urkunde und für 20 jährige Tätigkeit wird die Ehrennadel in Gold Bezirk Unterfranken mit Urkunde vergeben. Die Kosten trägt der jeweilige Verein. Im vergangenen Jahr wurden durch Helmut May, dem stellvertretenden Bezirksvorsitzenden insgesamt 298 Zuschussanträge an die GEMA gestellt.

Für Konzertnoten lagen 53 Anträge vor , für Wertungsspielnoten 22 , für Fahrtkosten 19 Anträge und für Mangelinstrumente 50 Anträge für für 85 Instrumente. Hinzu kamen Zuwendungen für staatlich anerkannte Ensembleleiter und Dirigenten. Insgesamt waren dies Zuschüsse des Bezirks von immerhin 50.206 Euro. Einen Wehrmutstropfen hatte Werner Höhn dann allerdings parat. Ab dieses Jahre gibt es keine Zuschüsse mehr für Konzertnoten. Anträge sind direkt an Geschäftsstelle nach Freudenberg senden, die Antragsformulare finden Interessierte nbmb@online.de. In den Landkreisen fanden die Lehrgänge für D1/D2 und Musikerleistungsprüfungen statt. Die D3 Kurse und Prüfungen wurden auf Bundesebene durchgeführt. Nach wie vor besteht ungebrochenes Interesse an diesen Fortbildungsmaßnahmen. Die D1-Prüfung legten 612, D2: 210 und D3: 30 Musikerinnen und Musiker ab. 83 Teilnehmer in 21 Gruppen nahmen am Kammermusikwettbewerb auf Bezirksebene in Bad Brückenau teil, wobei 14 mit ausgezeichnetem, vier mit sehr gutem und drei mit gutem Erfolg bestanden. 14 Gruppen nahmen damit am Bundesentscheid in Volkach teil. (wir berichteten). 

Die gesamte Bezirksleitung war an über 500 Tagen unterwegs. Dabei wurden nahezu 30.000 Kilometer zurückgelegt. Dies zeige das hohe Engagement in den einzelnen Bereichen lobte Höhn. Er selbst nahm ich 71 Termine wahr, fuhr 7922 Kilometer und leistete dafür knapp 8.000 Stunden. Dank sagte Höhn für die hervorragende Arbeit auf Kreis- und Bezirksebene. Hier würden die Kontakte zu den Musikvereinen gepflegt. Wichtig sei es mehr als bisher das Internet und die elektronische Datenverarbeitung zu nutzen. Hier könnten Kosten gespart werden. Das Präsidium des Nordbayerischen Musikbundes habe sich bis heute nicht dafür entschieden. Höhn will deshalb auf unterfränkischer Ebene vorschlagen, die Meldeversion oder eine andere EDV oder Internet gestützte Mitgliederverwaltung nur für Unterfranken einzuführen. Der Staatszuschuss 2005 wurde gegenüber 2004 um 9,66 Prozent gekürzt. Auf die Fortbildungsmaßnahmen des Bezirks Unterfranken hatte die Kürzung nur eine geringe Auswirkung. Für den Bezirk Unterfranken standen 38.530 Euro (Minus 10,48 Prozent) zur Verfügung. Vom Bezirk Unterfranken gab es im Jahr 2005 einen Zuschuss in Höhe von 38.150 Euro. Davon sind 3.000 Euro für das Bezirkjugendblasorchester bestimmt. Dank sagte Höhn den Gemeinden, Städten, den Landkreisen, dem Bezirk Unterfranken und dem Bayerischen Staat für ihre Unterstützung. „Wir brauchen auch in Zukunft diese Förderung, damit in unserer schönen fränkischen Heimat, Blasmusik zur Freude unserer Mitmenschen erklingen kann,“ sagte der Bezirksvorsitzende unter dem Beifall seiner Zuhörer.