Rhön-Grabfeld-Musiker sind nicht die Meisten aber die Besten

Landrat und Bezirksvorsitzender nahmen selbst Ehrungen vor

Fladungen (hf). 70 Musikkapellen und rund 3.000 Musikerinnen und Musiker hat der Landkreis Rhön-Grabfeld und liegt damit auf unterfränkischer Bezirksebene nach dem Kreisverband Würzburg auf dem zweiten Platz. Insgesamt gibt es in Unterfranken 377 Musikvereine mit 15.900 Musikern, die dem Nordbayerischen Musikbund angehören, sagte Bezirksvorsitzender Werner Höhn bei der Jahresversammlung des Kreisverbandes Rhön-Grabfeld in Fladungen. Er schränkte damit die Euphorie von Landrat Thomas Habermann etwas ein, der zuvor gemeint hatte, daß Rhön-Grabfeld mit seinen 70 Musikkapellen unterfrankenweit wohl der größte Verband sei. „Wenn man schon nicht der größte Verband sei, dann doch der Beste,“ entgegnete Landrat Habermann unter dem Beifall der Musiker.

Kreisvorsitzender Helmut May aus Oberelsbach hatte zunächst die zahlreichen Vorsitzenden und Dirigenten der Musikvereine aus Rhön-Grabfeld begrüßt und freute sich besonders, daß Landrat Thomas Habermann gekommen war, aber auch Bürgermeister Robert Müller, Friedbert Fuchs von der Sängergruppe Rhön-Grabfeld und der Bezirksvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Werner Höhn. Ein Dankeschön ging an Christine Straus, die Vorsitzende der örtlichen Musikkapelle, die den Abend musikalisch umrahmten und auch für die Bewirtung sorgten. Mit dem Lied vom „guten Kameraden“ gedachte die Versammlung der Verstorbenen bevor Bürgermeister Robert Müller kurz seine Stadt vorstellte.

Sieben Ortsteile habe Fladungen, eine historische Altstadt mit Stadtmauer, Fachwerkhäusern und verwinkelten Gässchen und sei auch deshalb schon ausgezeichnet worden. Das Stadtoberhaupt verwies auf das Rhön- und Fränkische Freilandmuseum, nannte 45 Vereine in der Stadt und den Stadtteilen und die Musikkapelle, die der stärkste Verein ist. Er sei es unter anderem der sich der Jugendarbeit widmet, Konzerte veranstaltet und so das kulturelle Leben von Fladungen prägt. Robert Müller ging auf die Blasmusik allgemein ein, nannte die Turmmusik von früher, die umherziehenden Musikanten und den Einsatz von Blasinstrumenten bei Krieg und Unheil zur Warnung der Menschen. Heute sei die Blasmusik wichtig für die Klangpflege und für die Liebe zur Musik.

In seinem Jahresrückblick nannte Kreisvorsitzender Helmut May, die rund 3.000 Musikerinnen und Musiker, die beim Nordbayerischen Musikbund gemeldet sind. Stolz sei man im Landkreis auf das Internetangebot und die dortigen vielseitigen Möglichkeiten, zum Beispiel die Mitgliederlisten. Das gebe es nur in Rhön-Grabfeld. Zwei Musikfeste, nämlich in Heustreu und Unterweißenbrunn fanden statt. Beide Feste seien sehr gut organisiert gewesen und seien so ein wichtiger Werbeträger für die Blasmusik gewesen. Ein Kompliment galt in diesem Zusammenhang den Musikerinnen und Musikern sowie den Dirigenten für die hervorragend gespielten Gemeinschaftschöre. Im kommenden Jahr wird es in Höchheim vom 19. bis 31. Mai ein Kreismusikfest geben, außerdem einige Bläsertreffen im Landkreis.

Erfreut stellte der Kreisvorsitzende fest, daß wieder viele Lehrgänge, Kurse und Prüfungen mit hervorragenden Ergebnissen absolviert wurden. Gute Ergebnisse gab es zum Beispiel beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ sowie beim „Solo-Duo und beim Kammermusikwettbewerb.“ Zufrieden zeigte sich May mit der Teilnahme der Vereine an Wertungsspielen. Die Kreisvorstandschaft sei stolz auf das Geleistete. Ein besonderes Dankeschön galt deshalb allen Vorständen, Dirigenten und Ausbildern, der Kreismusikschule, den privaten Musikschulen und der Berufsfachschule für Musik Bad Königshofen sowie allen Musikerinnen und Musikern. 

Dank sagte Kreisvorsitzender Helmut May der VR-Bank für die finanzielle Unterstützung, hier besonders durch Direktor Emil Baderschneider und Gosbert Maisch. Das Kreisblasorchester werde von der Kreismusikschule und dem Kreisverband des Nordbayerischen Musikbundes sowie der Berufsfachschule für Musik Bad Königshofen getragen. Wichtig ist der Vorstandschaft der Kontakt zu den einzelnen Kapellen und den dort spielenden Musikerinnen und Musikern, stellte May fest. Angesprochen hat er schließlich noch Ehrungen und Zuschüsse sowie Tagungen. Ein Dankeschön galt schließlich Landrat Thomas Habermann für die kostenlose Bereitstellung der Räume zum Beispiel bei den D1/D2 Prüfungen, sowie Bezirksvorsitzenden Werner Höhn für die gute und harmonische Zusammenarbeit. Ohne die vielen fleißigen Hände in der Vorstandschaft sei jedoch nicht so vieles zu bewältigen gewesen. Auch 2005 habe man gemeinsam wieder für den Landkreis Rhön-Grabfeld einiges bewegt.

Landrat Thomas Habermann dankte für die ausgezeichnete Arbeit, die die Musikkapellen im Landkreis im vergangenen Jahr wieder geleistet haben. Eine wichtige Kulturpflege sei dies aber auch ein musikalischer Schatz, der im Landkreis vorhanden sei. Erfreut sei er über die Harmonie, die in der Vorstandschaft herrsche, die sich auch auf die Musikkapellen übertrage. Der Landrat sprach von „ganz tollen Festen“ in Oberweißenbrunn und Heustreu und war der Ansicht, daß dies auch 2006 beim Kreismusikfest in Höchheim der Fall sein werde. Angesprochen hat er aber auch die derzeit schwierige finanzielle Lage des Landkreises, gleichzeitig aber erwähnt, daß er sich dafür einsetzen werde, daß im Sport und bei der Musikpflege die Haushaltsmittel nicht gekürzt werden. Hier werde nämlich wertvolle Kultur- und Jugendarbeit betrieben. Dies gelte auch für die Kreismusikschule und die Berufsfachschule für Musik. Eine gute Einrichtung nannte Habermann das Kreisblasorchester, in dem sich junge Musiker weiterbilden und engagieren. „Wir sind nicht nur die Meisten, sondern auch die Besten,“ stellte der Landrat fest. Nicht vergessen dürfe man bei alledem das Engagement der Musikerinnen und Musiker aber auch deren Eltern, die dies unterstützen.

Als einen Kunstgenuß der ganz besonderen Art nannte der Landrat das Musikfestival „Rhöner Herbst“, das in dieser Woche seinen Abschluß findet. Exzellente Musik werde hier geboten. Schade sei es nur, daß die Konzerte oft gering besucht werden. Bezirksvorsitzender Werner Höhn dankten den Anwesenden für die hervorragende Zusammenarbeit und die musikalische Vielfalt. Erfreulich sei, daß im Bezirksverband 8.000 Kinder und Jugendliche musizieren. Sorgen bereiten dem Bezirksvorsitzenden die Zuschüsse. Auf der einen Seite sei man froh über eine Erhöhung des Bezirkszuschusses von 29.500 auf 38.150 Euro, auf der anderen Seite werde der Staatszuschuss um 4.500 Euro gekürzt und 2006 werden weitere Kürzungen geplant. Dank sagte Höhn den Landkreisen und Gemeinden für deren Unterstützung und wünschte den Kapellen weiterhin viel Erfolg.

Für die Sängergruppe Rhön-Grabfeld überbrachte Friedbert Fuchs die Grüße der Vorstandschaft und nannte die gute Zusammenarbeit der beiden Verbände. Man könne stolz auf das musikalische Angebot im Landkreis sein, das sich vor allem bei den Kreismusikfesten oder auch beim Europatag der Musik zeige. Dieses Zusammenstehen sollte auch in Zukunft so bleiben. Festgelegt hat die Versammlung schließlich, daß die nächste Kreisversammlung am 21. Oktober 2006 in Wollbach stattfindet und Werner Höhn verwies auf die Bezirksversammlung am 18. März 2006 in Geldersheim bei Schweinfurt. Einstimmig wiedergewählt wurde schließlich die gesamte Vorstandschaft des NBMB Kreisverbandes, an deren Spitze auch weiterhin Helmut May stehen wird. Für den ausscheidenden Egon Büttner wurde Philipp Jörg als stellvertretender Kreisvorsitzender gewählt.

Die „alte“ neue Vorstandschaft des Kreisverbandes Rhön-Grabfeld im Nordbayerischen Musikbund. Sie werden für die kommenden drei Jahre wieder die Geschicke der Musikkapellen im Landkreis Rhön-Grabfeld leiten. Vorsitzender bleibt Helmut May, sein Stellvertreter Friedhelm Landgraf. Foto: Friedrich