07.10.2017

Landrat Habermann: Talente in den Musikkapellen fördern

Jahreshauptversammlung in Schönau a. d. Brend


Als Kreisdirigentin wurde bei der Jahresversammlung des Kreisverbandes Rhön-Grabfeld im Nordbayerischen Musikbund, Mareike Wütscher (rechts) verabschiedet. Kreisvorsitzende Renate Haag dankte ihr für die langjährige Mitarbeit und überreichte einen Blumenstrauß. Foto: Hanns Friedrich

Nach mehr als zwei Jahrzehnten scheidet Bruno Koch als Schatzmeister aus der Vorstandschaft des NBMB Kreisverbandes Rhön-Grabfeld aus. Er erhielt eine Dankurkunde und die Verdienstnadel in Gold des Nordbayerischen Musikbundes. Foto: Hanns Friedrich

Schönau (hf). Ein dickes Lob hatte Landrat Thomas Habermann für die Musikkapellen im Landkreis Rhön-Grabfeld bei deren Jahresversammlung im Kolpingheim von Schönau parat: Mit 73 Musikkapellen sei der Landkreis Rhön Grabfeld im Nordbayerischen Musikbund neben Würzburg der größte Verband. "Das macht stolz und ist ein Zeichen hoch motivierter Musikerinnen und Musiker." Dazu zählte der Landkreischef auch die verschiedenen Leistungsprüfungen, der sich die Musikvereine unterziehen. "Hier werden Talente gefördert  und es entsteht ein hoher Ausbildungsstand." NBMB Kreisvorsitzende Renate Haag sprach in ihrem Jahresbericht von 3.116 Musikerinnen und Musikern in 73 Mitgliedsvereinen, die eine kulturelle Vielfalt in Rhön und Grabfeld darstellen. Bedauerlich: In diesem Jahr fand lediglich ein Kreismusikfest statt und das richtete die Trachtenkapelle Frankenheim aus. Erfreulich: Im kommenden Monat wird die Grenze von 4.000 Teilnehmern bei den D1/D2 Lehrgängen geknackt, sagte Zweiter Vorsitzender Friedhelm Landgraf.

Zunächst aber stellte Bürgermeister Rudolf Zehe die Gemeinde Schönau vor, nannte 1.346 Einwohner in Schönau, Burgwallbach und Kollertshof. Brauchtum und Tradition werden  hoch gehalten. Ein Beispiel ist das traditionelle Bierbrauen im Schönauer Brauhaus. Das Ortsoberhaupt sprach von einem intakten Vereinsleben, die Kultur komme nicht zu kurz. Heraus gestellt hat Rudolf Zehne die Kolpingkapelle Schönau, die über die Gemeindegrenzen hinaus einen guten Ruf hat. Schönau sei eine lebens- und liebenswerte Gemeinde. Das betonte auch Landrat Thomas Habermann, der von einer aktiven und sympathischen Bürgerschaft sprach. Dank sagte er für die gute Arbeit in den Musikvereinen, aber auch der Vorstandschaft im Kreisverband sowie den Ausbildern, Dirigentinnen und Dirigenten.  Wichtig nannte der Landrat Ehrungen, die ein besonderes Dankeschön sind und die Vorbildfunktion unterstreichen. Bei der Ausbildung sei sicher oft viel Geduld und Einfühlungsvermögen vonnöten.

Angesprochen hat Thomas Habermann die Musikschulen im Landkreis, die einen  Ausbildungsstand ermöglichen. Der gesamte Kreistag stehe zu diesen Einrichtungen. "Wir werden nicht nachlassen diese zu fördern." Sowohl die Berufsfachschule für Musik als auch die Kreismusikschule bezeichnete er als Helfer für das Kulturgut Musik. Landtagsabgeordnete Kathi Petersen (SPD)  sagte dass die gute Musik in Rhön-Grabfeld ein deutlicher Hinweis für eine hervorragende Verbandsarbeit ist. Die Abgeordnete zitierte Martin Luther, der einmal gesagt hatte: Die Musik ist eine Gabe und Geschenk Gottes. Sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich. Das könne man so in den Alltag übernehmen. "Viel Freude an und mit der Musik" wünschte Kathi Petersen. Kurze Informationen gab es von Hubert Reschny und Bernhard Friedl, beides Stellvertreter der Kreisvorsitzenden Renate Haag. Erster Stellvertreter Friedhelm Landgraf stellte dann die Statistik zu den D1/D2 und D3-Lehrängen vor. "Ein Steckenpferd, das ich seit über 20 Jahren betreibe." Im Herbstkurs werde man wohl die 4.000ender Marke bei den Teilnehmern knacken Die Leistungsprüfungen gibt es seit 1982.

Kreisvorsitzende Renate Haag sagte in ihrem Jahresbericht, dass Kreismusikfeste eine Werbung für die Blasmusik in Rhön-Grabfeld sind. "Durch die Vielzahl der musikalischen Veranstaltungen bekommen wir die Aufmerksamkeit, die wir brauchen, um die Zukunft unserer Vereine auch in Zukunft sichern zu können." Das Kreismusikfest 2018 ist am 9. Juni im Rahmen eines Dorffestes in Strahlungen. Trotz der kurzfristigen Verlegung in den Stadtsaal der Gartenstadt Bad Neustadt wurde das Abschlusskonzert der diesjährigen unterfränkischen Bläserwoche ein voller Erfolg. Seit der letzten Kreisversammlung wurden in 20 Musikvereinen insgesamt 185 Ehrungen durchgeführt. Wichtig ist es der Kreisvorsitzenden diese Ehrungen persönlich durchzuführen. Das sei aber nicht immer möglich, deshalb sind dann ihre Stellvertreter vor Ort. Auch im Jahr 2017 haben wieder viele Musikerinnen und Musiker an verschiedenen Lehrgängen, Kursen und Prüfungen des NBMB teilgenommen. Ihnen gratuliere Renate Haag. Gute und sehr gute Ergebnisse konnten auch beim Wettbewerb „Jugend musiziert“, „Solo-Duo-und Kammer- Musikwettbewerb“ erreicht werden. "Die Kreisvorstandschaft ist stolz auf das, was auf musikalischem Gebiet in den Musikvereinen geleistet wurde und auch weiterhin geleistet wird.  Der Dank galt allen Vorständen, Dirigenten, Ausbildern, der Kreismusikschule, der privaten Musikschulen und der Berufsfachschule für Musik sowie allen Musikerinnen und Musikern.

Insgesamt war 2017 ein sehr ruhiges Jahr, es waren außer den D-Kursen keine größeren Veranstaltungen zu organisieren. Der Kreisvorstand sehe sich als Dienstleister für seine Vereine und wird alle Fort- u. Weiterbildungsangebote, Orchesterprojekte und ähnliches so gestalten und anbieten, dass die Mehrheit der Mitglieder auch die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen. Ein besonderer Dank galt Landrat Thomas Habermann und dem Landkreis für die kostenlose Bereitstellung von Räumen und Gebäuden. Verabschiedet wurde Mareike Wütscher als Kreisdirigentin. Sie verlegt ihr Arbeitsgebiet nach Hessen. Sie selbst dankte für die konstruktive Arbeit und Mitarbeit der Musikerinnen und Musiker. Dank galt der Vorstandschaft für eine gute Zusammenarbeit. Kreisvorsitzende Renate Haag überreichte einen Blumenstrauß. Der ging auch an Bruno Koch, mit der Bitte diesen an seine Frau weiter zu geben. Er scheidet aus beruflichen Gründen als Schatzmeister aus der Vorstandschaft aus. Seit 1998 war er Schatzmeister. Als Dank gab es für ihn die Verdienstnadel in Gold und eine Urkunde, unterzeichnet vom Präsidenten des Nordbayerischen Musikbundes, Manfred Ländner.

Kreiskulturreferent Hanns Friedrich sprach den Europatag der Musik in Wülfershausen an, der sehr gut gelungen ist. Dank galt den Verantwortlichen. Auf der Suche ist er nach einem Verein, der im Jahr 2018 den Europatag der Musik ausrichtet. Grüße der Sängergruppe Rhön-Grabfeld überbrachte dessen Vorsitzende Ursula Wetzstein, die von einem guten Miteinander innerhalb der Musik- und Gesangvereine sprach. Einblick in die Arbeit des Bezirksverbandes im Nordbayerischen Musikbund gab Bezirksvorsitzender Werner Höhn. Er informierte auf der Kreisversammlung, dass er im März kommenden Jahres als Bezirksvorsitzender und stellvertretender Präsident zurück tritt. Seit 55 Jahren ist er Musiker, war 35 Jahre Dirigent und ist seit 17 Jahren Bezirksvorsitzender. Der lang anhaltende Applaus zeigte ihm, dass seine Arbeit in dieser Zeit gewürdigt wurde. Die nächste Kreisversammlung Rhön-Grabfeld im Nordbayerischen Musikbund findet am 13. Oktober 2018 in Hendungen statt.

von Hanns Friedrich



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